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9 Monate radeln - Der Schweinehund und ich

3d-Maennchen Leiter aufwaerts

Seit Mitte Oktober letzten Jahres strample ich täglich meine sieben Kilometer auf dem Ellipsentrainer. Ein ausgeklügeltes Gerät, das die natürliche Bewegung nachahmt. Auf seinem Display kann ich viele Daten ablesen und den Widerstand einstellen. Gestartet mit Widerstand 0 bin ich inzwischen bei 13 von 16 Strichen und seit neun Monaten aktiv "dabei". Weil ich darauf ein kleines bisschen stolz bin, gibt es heute zur Feier des Tages diesen Eintrag und kurz zusammengefasst meine persönlichen Erfahrungen.

Der Ellipsentrainer von Kettler ist schon vor vielen Jahren bei uns eingezogen. Herr Froschnei drehte so manche Runde und auch die Kinder nutzten ihn immer wieder gern, um sich auszupowern. Ich konnte mich lange nicht mit ihm anfreunden. Schließlich stand er nur noch (im Weg) herum, wir dachten ernsthaft über einen Verkauf nach.

Im letzten Herbst machte mir dann mein Körper unmissverständlich klar, dass ich etwas tun bzw. ändern müsse. So kam das chice Trainingsgerät zu neuen Ehren und sozusagen in die Vollbeschäftigung. Nach etwa zwei Wochen stellte sich bereits ein erster Trainingseffekt ein. Ich freute mich riesig über diesen spürbaren Erfolg. Jetzt konnte auch der oben erwähnte Widerstand ins Spiel kommen, den ich seitdem immer wieder erhöhe.

Für meine Motivation trage ich die absolvierten Trainingseinheiten in einen besonderen Kalender ein, der beim Gerät hängt. Pro viertel Stunde markiere ich ein Feld leuchtend grün. Meistens sind es zwei, stellenweise auch schon mal drei Felder, wenn es besonders gut läuft oder ich morgens und abends trainiere.

Nebenbei höre ich Musik: Klassik, eine bestimmte Playlist, Entspannungs- oder Gospelmusik. Aktuell ist Radio Bayern 1 mein musikalischer Begleiter.

Ich habe die unterschiedlichsten Trainingszeiten ausprobiert, von morgens als Einstieg in den Tag bis spät abends als Ausklang. Am besten geht es mir, wenn ich gleich morgens, noch vor dem Frühstück und mit leerem Magen, radle. Es tut meiner Stimmung gut, die Gedanken "fliegen" und ich genieße das zufriedene Gefühl, vor allem Anderen etwas für mich getan zu haben.

Bin ich seit neun Monaten wirklich jeden Tag geradelt? 
Nein, bin ich nicht. Wenn ich, wie zum Beispiel bei unserem Umzug, eh schon gefühlte 80 Kilometer treppauf und treppab stapfe, trainiere ich nicht auch noch. An wenigen Tagen habe ich es im Trubel des Tages schlichtweg vergessen und manchmal passt es einfach nicht. Doch das ist die große Ausnahme. 

Wie Sie sich denken können, liegt der Schweinehund ganz oft auf der Lauer. Er lächelt mich siegessicher an und man könnte den Eindruck gewinnen, als flirte er mit mir. Doch er zieht immer wieder den Kürzeren. Und das beim Thema Sport, das auf meiner Favoritenliste wahrlich nicht ganz oben steht.

Mein "Trick" zur Selbstüberlistung ist ein ganz simpler: Nicht labern, machen. 
Bis ich lange überlege, ob ich denn Lust aufs Training habe oder nicht und mir eine Ausrede nach der anderen einfallen lasse, ziehe ich meine Laufschuhe an, schaue auf meine vielen, neongrün markierten Felder und fange einfach an. Es ist ein großer Vorteil, dass ich dafür nicht außer Haus, sondern nur einige Stufen in den Keller gehen muss. Wenn ich keine Lust auf eine halbe Stunde habe, strample ich wenigstens eine viertel Stunde. Das ist besser als nichts und in meiner Sammlung ein grünes Feld mehr.

Vielleicht klingt es banal, doch die größte Herausforderung war für mich, die nötige Zeit einzuplanen und als "Eule" am Morgen - der idealen Trainingszeit, siehe oben - entsprechend früher aufzustehen. Doch inzwischen gelingt mir auch das richtig gut.

Ich weiß, dass es einige "Wiederholungen" braucht, bis sich neues Verhalten etabliert und sich eine gewisse Routine entwickelt. Manche sprechen dabei von 21 Tagen, andere von 60 oder gar 90 Tagen. Eine solche Routine erkenne ich auch nach neun Monaten bei mir (noch) nicht. Ich glaube nicht, dass mir gefühlsmäßig etwas fehlen würde (körperlich schon), wenn ich nicht mehr trainieren würde. Doch ich habe genug Phantasie, mir die Konsequenzen auszumalen, wenn ich nicht "dranbleibe". So freut es mich ungemein, dass ich schon so viele Kilometer absolviert und "Widerstände" gemeistert habe, innere ebenso wie auf dem Ellipsentrainer.

Das hat mir dabei geholfen:

  • Der feste Wille und das große Bedürfnis, weg von Krankheit und Tabletten hin zu Gesundheit und Wohlbefinden
  • Mir das Training so angenehm wie möglich zu machen, z. B. mit bestens sitzenden Trainingsschuhen und angenehmer Musikauswahl
  • Das Visualisieren der Trainingsrunden im Kalender mit einer auffälligen Farbe
  • Das konsequente Einplanen der Trainingszeit als "Termin mit mir selbst"
  • Die Verhandlungen mit dem Schweinehund sofort zu stoppen und ins Tun zu kommen
  • Lieber weniger als gar nicht zu trainieren
  • Nach einer Pause wieder durchzustarten
  • Der sicht- und messbare, wachsende Trainingserfolg
  • Die Anerkennung und Unterstützung meiner Familie, besonders von Herrn Froschnei, der nicht müde wird zu betonen, wie stolz er auf mich ist (Danke!)
  • Das tolle Gefühl, etwas richtig Wichtiges für mich konsequent durchgezogen zu haben und weiter durchzuziehen
In diesem Sinne klopfe ich mir jetzt anerkennend auf die linke und dann auf die rechte Schulter und morgen früh radle ich fröhlich weitere sieben Kilometer Richtung "Einjähriges". Ich bin sicher, mein Schweinehund wird wieder das Nachsehen haben. Vielleicht sollte er einfach umschulen, was meinen Sie?

Bild: fotomek - Fotolia.com


Frau Froschnei 25.07.2019, 00.40

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